| Konzert 2007 "Wag es kaum zu sagen" | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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"Wag es kaum zu sagen" - aber zu singen so der Titel unserer beiden Sommerkonzerte am 24.6.2007 im Landgasthof Saalburg und am 1.7.2007 im Kulturbahnhof Kelkheim. Er spielt an auf Pierre Certons 'Je ne l'ose dire' aus dem 16. Jahrhundert. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Aus der Taunuszeitung vom 27.6.2007 (von Frank Saltenberger): ...An langen Tafeln im Saal des Saalburggasthofes aus Kaiser Wilhelms Zeiten reihten sich unter eisernen Kronleuchtern rund 180 Besucher. Sie erwartete ein szenisches Konzert mit weltlichen und geistlichen Liedern. Die weltlichen Lieder waren, milde formuliert, sehr weltlich. Was die Sängerinnen und Sänger nicht zu sagen, aber zu singen wagten, handelte von gehörnten Männern, betrogenen Frauen und leiblichen Sinnesfreuden aller Art. .... Doch es waren die klassischen Madrigalisten Orlando di Lasso und Hans Leo Hassler, die aus dem Repertoire von Ad hoc" hervorstachen. Als habe er seinen gesamten Weltschmerz hineingelegt", kündigte Tilman Beyland, der die Stücke und Szenen kommentierte, Ach weh des Leiden" von Hassler an, eines der einfühlsamsten Stücke, das durch die effektvolle Überlagerung der Sopranstimmen zu den eindrucksvollsten Stücken des Abends gehörte. Nach einer Pause, in der viele mit einem Glas Holundersaft oder Wein in der Hand auf der Terrasse frische Luft schöpften, ging es zunächst mit geistlicher Musik weiter, ganz im humanistischen Sinn in lateinischer Sprache. .... Lange allerdings hielten sich die Künstler nicht zurück, dann widmeten sich die Sängerinnen und Sänger wieder dem Jenseits: Rupf sie, brat sie, fress' sie", die Gans, hieß es bei Orlando, und zu Oswald von Wolkensteins derber Wirtshauslyrik Her wiert und dürstet also sere" ließen sich die Sänger zum Sangesgelage nieder. Sängerinnen versorgten auch die Gäste mit Gesöff". Aber die aufrichtige Liebe", wie Tilman Beyland es nannte, vergaßen die Barden nicht und widmeten sich ihr mit deutschen, französischen oder englischen Liedern. Ob Sweet Kate", nur von den Männern oder Ach Sorg, du musst zurücke stan" von drei Frauenstimmen gesungen - das Konzert war abwechslungsreich gestaltet und dazu trugen die elisabethanischen Tänze des Obernhainer Flötenensembles unter Leitung von Petra Fuchs ebenso bei wie das Stück Ich was ein chint so wolgetan" mit Laute und Harmonium aus der Carmina Burana. Das von Margarete Kolaß geleitete Ensemble gehört mit seiner anspruchsvollen Literatur zweifellos zu den regionalen Spitzen unter den Amateurchören. Es überzeugte mit durchweg sicherer und sauberer Intonation und bezieht seine Ausdruckskraft essenziell aus der Harmonie der Klangfarben seiner individuellen Stimmen. ... | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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aus dem Usinger Anzeiger vom 29.6.2007 (von Ingrid Schmah-Albert): Eine wunderbare Kulisse bot der Saal des Landgasthofs Saalburg am Sonntagabend beim Konzert des Obernhainer Vokalensembles "Ad hoc". Und so fühlten sich die rund 180 Besucher des Konzerts gleich in die Zeit versetzt, aus der die Stücke des Chores stammen. ... Gleich zu Beginn stimmte Anna-Mala Kolaß die Besucher ein und machte deutlich, dass die Zeit, aus der die Lieder des Konzertes stammen, zwar schon seit 400 Jahren vergangen sei, die Themen der Lieder, die von Liebe, Lust und den Konflikten zwischen Mann und Frau handelten, auch heute noch aktuell seien. Dem Titel des Konzerts "Wag es kaum zu sagen - aber zu singen" entsprechend zeigte der Chor die Kunst, tratschendes Geflüster gleichzeitig klar und deutlich zu singen. Und so sang das Ensemble nicht nur über gehörnte Ehemänner und betrogene Frauen, die Sänger unterstrichen die teils sehr deutlichen und deftigen Texte schon mal auch schauspielerisch. Zum besseren Verständnis trug Tilman Beyland bei, der als Sprecher die Texte kommentierte oder auszugsweise übersetzte, denn einige Stücke wurden in der jeweiligen Originalsprache mal auf französisch, englisch oder lateinisch vorgetragen. Auch das älteste Stück des Abends aus dem frühen 13. Jahrhundert war teils in Latein, teils altdeutsch gesungen und mit Langhalslaute und Harmonium begleitet ein Augen- und Ohrenschmaus. Überhaupt wurden die Stücke mit einer scheinbaren Leichtigkeit und überaus abwechslungsreich dargeboten. Zwischendurch trat auch das Obernhainer Flötenensemble unter der Leitung von Petra Fuchs auf und spielte mit den Blockflöten von Sopran bis Bass elisabethische Tänze, die musikalisch sehr gut ins Programm passten. Nicht nur beim Thema Liebe, sondern auch sicherlich in gesanglicher Hinsicht bildete das Stück "Ach weh dess Leiden" von Hans Leo Hassler aus dem 16. Jahrhundert den Höhepunkt des Abends. Hier erfüllten die polyphonen Klänge des fünfstimmig vorgetragenen Stückes den gesamten Saal, die Stimmen der Sopranistinnen schwollen zu einem eindrucksvollen Volumen. Nach drei sakralen Liedern wurde es wieder sehr weltlich, ganz nach Art der damaligen Zeit wurden Spottlieder zum Besten gegeben, um sich über die geistliche Macht lustig zu machen. Da durften auch nicht die allseits beliebten Trinklieder fehlen. Und damit das Publikum auch etwas davon hatte, schenkten einige Chormitglieder Met aus. Das Publikum ließ sich von so viel Lebensfreude mitreißen und verlangte am Ende mit stehenden Ovationen nach Zugaben - die auch gegeben wurden. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Bilder auf dieser Seite: Jasper Fuchs, Hedwig Kern | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||