Sumer is icumen in - Konzert am 7.6.2009 im Hessenpark

" Vokalensemble 'Ad hoc' begeistert 120 Zuhörer mit Werken primär aus der Renaissance

... Eine gehörige Portion Augenzwinkern gehörte zu allen Beiträgen. 'Das Thema betrogener Ehemann war in der Renaissance beliebt', erklärte Sängerin Anna-Mala Kolaß, 'aber es geht auch anders herum', konterte Sänger Tilman Beyland. Beide übernahmen die Moderation zwischen den Stücken. Diese bauten sie in kleine Episoden ein und sangen mit dem Chor das alte Lied des Ehebruchs, das etwa so geht: Der Bauer fährt ins Heu, und die Frau öffnet ihre Kammer derweil einem anderen. 'Aber warum fährt der Bauer eigentlich so oft ins Heu?', legte Beyland eine ganz andere Spur.

Die Liederschreiber des 16. und 17. Jahrhunderts besangen auch die zurückgewiesene Liebe. Das klang mitunter herzzerreißend. Beispielsweise in "Ach weh des Leiden", ein wunderbar feinfühlig vorgetragenes Stück von Hans Leo Hassler. "Ich klag' mich sehr, ich armes Weib", mit diesem ebenfalls wehmütigen Stück von Ludwig Senfl, bewiesen die Frauenstimmen allein ihre Klasse. ..."
Textauszüge aus: Taunuszeitung 12.6.2009, Frank Saltenberger

"Verbotene Früchte der Musik zu Liebe, Lust und Ehebruch

... Mit ihrem großen Sommerkonzert lockte das Obernhainer Vokalensemble Ad hoc zahlreich die Liebhaber der besonderen Gesangsdarbietung ins Landhotel "Zum Hessenpark". .... Chorleiterin Margarete Kolaß hatte tatsächlich nicht zu viel versprochen, in den rund zwei Stunden gab es viele Stücke, die ein absolutes "Muss" in jedem Ad hoc-Konzert sind, sowie einige neue Lieder, die sich ebenso gut in das Gesamtbild einpassten wie die neuen Chormitglieder. Das Konzert wurde zudem durch die Moderation von Anna-Mala Kolaß und Tilman Beyland aufgelockert. So zeigten die Künstler nicht nur sängerisches, sondern auch schauspielerisches Talent. Außerdem sorgten die historischen Musikinstrumente, mit denen Anna-Mala Kolaß und Heinz Hoffmann die Sänger begleiteten, für Abwechslung und Ambiente.

Dies wurde auch durch die mittelalterlich wirkenden Roben der Sänger und den Saal im Landhotel Hessenpark unterstrichen. Gleich mit dem ersten Titel 'Sumer is icumen in', einem altenglischen Kanon aus dem 13. Jahrhundert, der dem Konzert auch seinen Namen gab, gestaltete sich das Konzert passend zur Jahreszeit. Bekanntermaßen gehören zum Sommer auch saftige Früchte und welche Früchte schmecken wohl besser als die verbotenen? - So gab es allerlei über die verbotenen Früchte der Liebe zu hören und die Texte erzählten von unterschiedlichsten Gefühlen, von ausgelassener Fröhlichkeit, Verliebtheit, Überschwang, tiefer Enttäuschung, Verzweiflung, Hoffnung.

Immer szenisch mit kleinen Schauspieleinlagen und Gesten unterstrichen, wirkte das Konzert lebendig und auch wenn durch die altertümliche Sprache sowie die englischen oder französischen Texte nicht immer alles Wort für Wort verstanden wurde, konnte das Publikum doch nachvollziehen, um was es in den Liedern ging. ..."
Textauszüge aus: Usinger Anzeiger 12.6.2009 Ingrid Schmah-Albert