|
"...Dabei überraschte das Vokalensemble immer wieder, beeindruckte nicht nur durch ein großes Repertoire mit kontrastreichen und teils mutigen Arrangements, mit historischen und modernen Instrumentalbegleitungen, sondern auch durch szenische Darstellungen bis hin zum gemeinsamen "Trinkgelage", an dem sich auch das Publikum mit ausgeschenktem Met beteiligen durfte. So gestaltete sich das rund zweistündige Konzert unter der Leitung von Margarete Kolaß mit 24 Chorwerken in sechs verschiedenen Sprachen als kurzweiliger Genuss. Ad hoc wurde wieder einmal seinem Ruf als Chor mit hohem Niveau und anspruchsvollen Stücken gerecht, konnte mit den klaren Stimmen, einer deutlichen Dynamik in den mehrstimmig, präzise und gleichzeitig einfühlsam dargebotenen Stücken überzeugen. ... |
|
... In dem Lied "Scheiden vom Lieb" aus dem späten 16. Jahrhundert, bei dem eine Frau um ihren Liebsten trauert, wird der Tod zwar nicht direkt benannt, doch fühlbar bleibt der Schmerz bis heute durch die gefühlvolle Umsetzung des Chores. Das Thema Liebe kam auch nicht zu kurz und wurde in allen Facetten besungen. Das Duett der beiden Sopranistinnen Anja Kempff und Felina Mathes mit Begleitung am Spinett von Petra Fuchs war ein eindrucksvolles Beispiel hierfür. Es sei das "verliebteste Lied", betonten Anna-Mala Kolaß und Katharina Gerecht, die durchs Programm führten. Dank ihrer Ausführungen brauchten sich die Zuhörer etwas später nicht vom vordergründig frommen Anschein täuschen zu lassen, mit dem besonders in der zweiten Hälfte des Konzerts die Lieder daherkamen. So entpuppte sich "Vitrum nostrum gloriosum" aus dem Jahre 1540 trotz seiner als Klostergesang getarnten Darbietungsweise schnell als Trinklied oder "Audite nova" konnte mit noch so fromm geheucheltem Blick gen Himmel vorgetragen werden, der Text, der als Spottlied auf die im 16. Jahrhundert so übermächtig wirkende Kirche gedacht war, besang doch die eher weltlichen, sinnlichen Genüsse. Und auch wenn zuvor die Marienverehrung musikalisch in verschiedenster Weise zum Ausdruck kam, am Ende ging es doch um Wein, Weib, Tanz, Ehebruch und fetten Gänsebraten. Da durften die Ad hoc-Klassiker wie "Nun schürz dich Gretlein", "Toss the Pott" oder "Tourdion" nicht fehlen und so verlangte das Publikum mit lang anhaltendem Applaus nach Zugaben, die Ad hoc natürlich gerne gab." (Usinger Anzeiger vom 19.11.2011) |